Die Bar- und Spirituosenmesse Bar Convent Berlin heißt im fünften Jahr ihres Bestehens erstmals ein Gastland willkommen. An der „Bar Poland“ präsentieren an zwei Tagen bekannte polnische Bartender die Cocktail- und Spirituosenkultur ihrer Heimat. Vorab sollen einige Preziosen vorgestellt werden.
Die Vergangenheit von Kartoffelbränden ist bewegt. Und selbst wenn heutzutage darüber schwadroniert wird, nehmen die Geschichten oft eine skurrilen Verlauf. Nichts desto trotz kann man wesentliche Eckdaten umreisen. Erstmal war es bis ins frühe 19. Jahrhundert nicht sonderlich verbreitet, aus Kartoffeln Schnaps zu machen.
Obwohl schon Jahrhunderte zuvor die ersten Aufzeichnungen über Brände aus dem Erdapfel zu finden sind, bleibt die Destillation lange Zeit zu kompliziert, um lukrativ betrieben werden zu können. Dies änderte sich mit einem großen Schritt der Destillierkunst: dem Pistoriusschem Brennapparat.
Der Apparat ermöglichte fortan eine relativ kostengünstige Verarbeitung von Kartoffeln zu Schnaps. Was innerhalb kürzester Zeit von hunderten Gutsbesitzern genutzt wurde. Das vorläufige Ende des Liedes ist die oftmals als „Branntweinpest“ bezeichnete Entwicklung des Alkoholkonsums im Deutschland der zweiten Hälfte des 19. Jahrunderts.
Überproduktion als Rufschädiger
Der Konsum stieg in Teilen des Landes Pro-Kopf auf deutlich über 10 Liter im Jahr (heute dreht es sich meistens um die 2 Liter). Die Produktion war auch durch staatliche Einschränkungen kaum zu dämpfen. Bis kurz vor dem ersten Weltkrieg war eine deutliche Überproduktion des Brandes vorhanden. Ab dann wurden Kartoffeldestillate als Brennmittel und Kraftstoff genutzt. Der Ruf des billigen Fusels war spätestens jetzt perfekt. Und der Ruf sollte viele Jahrzehnte halten.
Eigentlich hält der Ruf bis heute an. Besonders auch in der Vodka-Welt, welche durch Getreidebrände stark dominiert wird. Dabei ist es immer noch aufwändiger, einen ordentlichen Kartoffel-Brand zu destillieren, als mit Getreide zu arbeiten. Es benötigt das Vielfache an Ausgangsmaterial und einiges mehr an Zeit, um ans Ziel zu gelangen.
Höherer finanzieller Aufwand als bei Getreide
Dass dies natürlich auch einen größeren finanziellen Aufwand bedeutet, muss eigentlich nicht weiter erläutert werden. Der aus Kartoffeln hergestellte Luksusowa (polnisch für Luxus) bietet somit schon grundsätzlich ein dem Namen gerecht werdendes Produkt. Und dies schon seit über 80 Jahren. Was ihn darüber hinaus auch zu einem der ältesten bis heute produzierten polnischen Vodkas macht.
Luksusowa ist derzeit der weltweit größte Anbieter für Kartoffel-Vodka, seit wenigen Jahren im Besitz von Pernod-Ricard und erlebte letztes Jahr einen zeitgemäßen Relaunch der Flasche. Zur Produktion werden ausschließlich aus dem Norden Polens stammende Kartoffeln genutzt.
Als Kartoffel-Produkt ist der Vodka außerdem frei von Gluten. Was ihn sogar für die große Anzahl der Zöliakie-Erkrankten verträglich macht. Wie der Geschmack des polnischen Kartoffel-Vodkas sich im Vergleich zu seinen Getreide-Verwandten verhält, kann schon Anfang nächster Woche an der "Bar Poland" am Bar Convent Berlin ausgetestet werden.
Produktdaten Luksusowa
Preis: ca. 15 €
Herkunft: Polen
Füllmenge: 1 l
Hersteller: Pernod Ricard
Internet: luksusowa.net (under construction)
Alkoholgehalt: 4o % Vol.
// Luksusowa kaufen: Der Kartoffel-Vodka ist bisher in Deutschland nicht sonderlich verbreitet. Gängige Internethändler, zum Beispiel Rum & Co führen ihn jedoch: rumundco.de //