4. Oktober 2011 9:00

Grasovka. Ein kleines Stückchen Freiheit.

Die Bar- und Spirituosenmesse Bar Convent Berlin heißt im fünften Jahr ihres Bestehens erstmals ein Gastland willkommen. An der „Bar Poland“ präsentieren an zwei Tagen bekannte polnische Bartender die Cocktail- und Spirituosenkultur ihrer Heimat. Vorab sollen einige Preziosen vorgestellt werden.

Es ist sicher eine der bekanntesten Spirituose aus Polen. Wenn nicht sogar die Bekannteste. Grasovka, der Wodka mit dem Büffelgras. Oder wie er in Polen heißt: Żubrówka. Ein Markenname der sich gleichzeitig auch als Gattungsname der Wodkavarianten mit Büffelgrashalm durchgesetzt hat. Es hätte auch Wodka mit dem „Duftenden Mariengras“ oder Wodka mit dem „Vanillegras“ heißen können, denn das sind ebenfalls Namen die der genutzten Pflanze zuteil werden. Aber das klingt beides definitiv weniger verkaufstüchtig.

Der leichte Grünton von Grasovka ist auf die Zugabe einer aus Büffelgras gewonnenen Essenz zurückzuführen. Die Essenz verleiht dem Wodka darüber hinaus einen grasigen Duft und einen würzigen Geschmack. Der zur Abfüllung in die Flasche gesteckte Halm dient lediglich der Dekoration. Wer sich beim Verkosten des Grasovka an Waldmeister erinnert liegt nicht ganz falsch. Auch Assoziationen zur Tonkabohne können auftauchen. Warum? Büffelgras, Waldmeister und Tonkabohne, aber auch Datteln, vereinzelte Zimtarten, diverse Süßgräser und weitere gängige Pflanzen teilen sich einen Stoff mit dem Namen Cumarin. Dieser wird besonders in der Nase wahrgenommen und zumeist als süß-würzig und heuartig empfunden. Die Nutzung von Cumarin ist in den meisten Ländern eingeschränkt, da es sich in gewissen Mengen um einen gesundheitsschädlichen Stoff dreht.

Natürlich, ein Aphrodisiakum

Doch bei übermäßigem Konsum von Grasovka winkt einem eher ein gewaltiger Kater, weit bevor man in Bereiche kommt, in denen das Cumarin negative Wirkungen zeigen würde. So bleibt unterm Strich erstmal der leichte würzige Geschmack und die Assoziation mit frischem Heu und anderen cumarinhaltigen Pflanzen in der Nase, was der Wodka dem Büffelgras verdankt. Aber selbstverständlich steckt da noch ein klein wenig mehr dahinter.

Wer auf die Idee kam, seinen Wodka mit Büffelgras zu verfeinern, das ist heute unbekannt. Zurückzuverfolgen ist diese Herangehensweise jedoch immerhin bis ins 17. Jahrhundert. Damals wurde dem Gras schon eine aphrodisierende Wirkung zugesprochen. Und neben der sexuellen Stärke versprach das Büffelgras dem Konsumenten, dass er an der Stärke des europäischen Bisons teilhaben würde. Eine Rinderart, die im letzten Jahrhundert wildlebend schon ausgerottet war, aber mit Hilfe weniger Exemplare aus Zoos und Tierparks erneut ausgewildert werden konnte. Ein Großteil der Population lebt heute im ostpolnischen Białowieża-Nationalpark. Genau dort, wo auch die Hersteller des polnischen Wodkas Grasovka ihre Büffelgrashalme für Herstellung ihres Wässerchens bekommen.

 

Produktdaten Grasovka

Preis: ca. 12 €

Herkunft: Polen

Füllmenge: 0,7 l

Hersteller: Grasovka Bison Brand

Internet: grasovka.de

Alkoholgehalt: 4o % Vol.


 

// Grasovka kaufen: Den polnischen Vodka gibt es in vielen deutschen Supermärkten und Spirituosengeschäften. Auch im Internet ist er gut zu bekommen. Zum Beispiel in der Spirituosenwelt: spirituosenworld.de //