Die Bar- und Spirituosenmesse Bar Convent Berlin heißt im fünften Jahr ihres Bestehens erstmals ein Gastland willkommen. An der „Bar Poland“ präsentieren an zwei Tagen bekannte polnische Bartender die Cocktail- und Spirituosenkultur ihrer Heimat. Vorab sollen einige Preziosen vorgestellt werden.
Nicht nur nett und adrett reizt Konsumenten. Magisch, mythisch und mysteriös erweckt auch Aufmerksamkeit. Alldem mangelt es dem Vodka U‘Luvka sicher nicht. Erstmalig wurde die Spirituose zwar in Großbritannien 2005 vorgestellt, doch der Hintergrund der Rezeptur und der Idee liegt tief in der polnischen Geschichte verwurzelt. Auch werden nur polnischen Rohstoffe für die Herstellung herangezogen.
Schon Anfang der 90er war der Brite Mark Holmes während seiner ersten Besuche von der Gastfreundschaft und Tradition der polnischen Bevölkerung beeindruckt. Zu Beidem gehört natürlich auch Vodka. Und schon bald begann Holmes tief in den Brunnen der faszinierenden Geschichte des Landes an der deutschen Ostgrenze zu steigen. Was ihn dort am meisten beeindruckte, war die Geschichte über einen Hof-Alchimisten von König Sigismund III. im späten 16. Jahrhundert mit dem Namen Sendivogius.
Dieser wurde angeblich zu Rate gezogen, als der König Probleme mit seinem Gerichtsvertretern hatte. Offenbar konnte nur noch schwerlich im damaligen polnischen Reich Recht gesprochen werden, da die Rechtsvertreter zumeist unter schweren Nachwirkungen ihrer nächtlichen Zechgelage litten. Zur Hilfe wurde der Alchimist gerufen, dessen Namen man zumindest hierzulande kaum aussprechen kann. Er solle einen Vodka „zaubern“, der den Umtrunk des Nächtens erlaubt, aber nicht mit den bösartigen Nachwirkungen aufwartet.
Nun, die damaligen Destillationsverfahren waren nicht auf der Höhe der heutigen Erkenntnis. Entsprechend ist es durchaus möglich, dass Sendivogius ein Destillat erstellte, welches, weniger verunreinigt, nicht die Zecher mit dem ganz bösen Kater am kommenden Tag quälte. Zumindest ist es über den Mythos hinaus auch historisch haltbar, dass der Alchemist zu einem mächtigen Mann am damaligen Hof erwuchs. U‘Luvka ist nun kein nahtloser Anschluss an ein historisches Destillat, zumindest aber ein moderner Versuch an das Werk, des im polnischen Heimatgeschichten immer noch präsenten Alchemisten, anzuknüpfen.
Aus ganz Polen wurden, laut Produzent, Fragmente der Vergangenheit zusammengestellt, um eine Näherung an das Elixier des König Sigismund III. zu erreichen. Das Ergebnis ist auch in Deutschland schon seit geraumer Zeit zu erhalten und wird am Bar Convent seinen Platz zwischen den polnischen Spirituosen einnehmen. Und dieses Mal muss nicht im gleichen Maße getrunken werden, wie damals in Polen. Das wäre auch nur schwerlich zumutbar. Denn am königlichen Hof war es damals angeblich üblich, aus Gefäßen zu trinken, die nicht einfach wieder abgestellt werden konnten. Die Becher hatten nicht den passenden Boden dafür. Einmal eingeschenkt, musste erst bis zum Grund getrunken wurden.
Produktdaten U'Luvka
Preis: ca. 45 €
Herkunft: Polen
Füllmenge: 0,7 l
Hersteller: The Brand Distillery
Internet: thebrand-distillery.com
Alkoholgehalt: 4o % Vol.
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